Kürzlich habe ich meinen Ph.D. in Biomedizintechnik an der medizinischen Fakultät der Universität Montréal erworben. Dies ist der Höhepunkt von mehr als sechs Jahren Forschung, in denen ich mithilfe von Ultraschall die thorakolumbale Faszie (die Faszie des unteren Rückens) untersucht und ihre Verbindung zu unspezifischen Rückenschmerzen – solchen ohne klare Ursache – erforscht habe. Hier möchte ich Ihnen mitteilen, was ich dabei herausgefunden habe.
Bisher ging man davon aus, dass eine „Verspannung“ der Faszie die Ursache für Schmerzen sein könnte, aber es gab nur begrenzte Möglichkeiten, objektiv zu messen, wie sich die Faszie im Inneren des Körpers tatsächlich bewegt. Deshalb habe ich in meiner Forschung die Ultraschall-Bildanalyse eingesetzt, um die Bewegung der Faszienschichten bei Körperbewegungen sowie ihre innere „Mikrostruktur“ zu quantifizieren.
Wir haben drei wesentliche Dinge herausgefunden:
Erstens ist die Gleitbewegung der Faszie bei Personen mit Rückenschmerzen im Vergleich zu gesunden Personen nicht reibungslos; sie weist oft unbeholfene und ruckartige Bewegungen auf, die sich stark verschieben und dabei „haken“ *7. Früher dachte man einfach, die „Bewegung sei schlecht“, aber feine Analysen mit Ultraschall zeigten einen Zustand, in dem die Schichten innerhalb der Faszie des unteren Rückens nicht mehr reibungslos übereinander gleiten, was zu großen, unregelmäßigen Verschiebungen führt.
Zweitens deutete die Ultraschall-Signalanalyse darauf hin, dass auch die innere Mikrostruktur der Faszie bei Personen mit Rückenschmerzen anders beschaffen ist *7. Wir vermuten, dass dies einen Zustand widerspiegelt, in dem beispielsweise Zellen, die mit Entzündungen in Zusammenhang stehen, dicht innerhalb der Faszie gedrängt sind.
Drittens zeigte sich in einer Studie mit 60 Patienten, dass sich diese unbeholfene Bewegung der Faszie nach Behandlungen nach meiner Methode – ähnlich denen, die ich normalerweise in meiner Klinik durchführe – in Werte veränderte, die denen gesunder Personen näherkamen *7.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Forschung ausschließlich die mechanischen Mechanismen und die Mikrostruktur der Faszie untersucht; sie ist noch kein objektiver Beweis für einen direkten Behandlungseffekt, wie etwa eine Schmerzlinderung. Dennoch glaube ich, dass sie ein wichtiger erster Schritt ist, um Rückenschmerzen mit unbekannter Ursache „sichtbar“ zu machen.
Mit der Technologie eines Ultraschall-Ingenieurs und der Erfahrung eines manuell arbeitenden Therapeuten – und unter Nutzung dieser beiden Perspektiven – werde ich meine Forschung und Praxis fortsetzen, um denjenigen zu helfen, die unter Rückenschmerzen unbekannter Ursache leiden.
*7 Tomita N (2026) Investigating mechanical and acoustic properties of the thoracolumbar fascia in non-specific low back pain. Doctoral thesis, Université de Montréal. https://doi.org/10.71781/34226
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